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Glossar

A/V-Verhältnis
Verhältnis der wärmeübertragenden Außenfläche A zum beheizten Gebäudevolumen V.
Altholz
Holzbauteile, -produkte und -materialien aus Gebäudeabbrüchen, Umbauten, Renovationen (z.B. Balken, Böden, Decken, Treppen). Altholz kann naturbelassen, behandelt (z.B. Eisenbahnschwellen) und beschichtet (z.B. furniert) sein. Je nach Behandlung und Beschichtung kann Altholz in unterschiedliche Klassen unterteilt werden, die nur in bestimmten Feuerungsanlagen verbrannt werden dürfen.
AP (Acidification Potential)
→Versauerungspotential
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist die Lufthülle der Erde, sie wird in Schichten unterteilt. Die untere ist die Troposphäre, die sich bis in eine Höhe von etwa 12 km ausdehnt. Trockene Luft der Troposphäre setzt sich aus 78 % Stickstoff (N2), 21 % Sauerstoff (O2), 0,03 % →Kohlendioxid (CO2) und 0,97 % Edelgasen zusammen. Die Troposphäre enthält den größten Teil des atmosphärischen Wasserdampfs. Darüber befindet sich die Stratosphäre, die sich bis auf 50 km Höhe ausdehnt. Sie enthält die für das Leben auf der Erde wichtige, weil vor kurzwelliger UV-Strahlung schützende →Ozon- Schicht, die durch Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), z.B. als Treibgas in Sprays, als Kältemittel oder andere Emissionen - gefährdet wird.
Auswertung
Teilschritt einer →Ökobilanz, die die Ergebnisse der →Sachbilanz und der →Wirkungsabschätzung entsprechend der →Zieldefinition zusammenfasst.
Biodiversität
Die biologische Vielfalt dieser Erde, die sich in der Anzahl und Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten mit ihren unzähligen Formen, Größen, Farben, Verhalten und Anpassungsstrategien widerspiegelt.
Biogas
Auch Klärgas, Sumpfgas oder Faulgas genannt. Entsteht durch anaeroben Abbau organischer Substanz und besteht zum überwiegenden Teil aus Methan. Biogas lässt sich durch Verbrennung in Gasmotoren (→Kraft-Wärme- Kopplung) zur Energiegewinnung einsetzen.
Biogen
auf die Tätigkeit von Organismen zurückgehend oder aus abgestorbenen Organismen gebildet.
Biozid
Substanz, die Organismen abzutöten vermag.
Bläue
schwarz-bläuliche Verfärbung des Holzes, durch Bläuepilze verursacht (hat vorwiegend optische Veränderungen und keine Festigkeitsminderung zur Folge).
Blockheizkraftwerk (BHKW)
Anlage zur lokalen Erzeugung von Energie (gleichzeitig Wärme und Strom) nach dem Prinzip der →Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Mit einem stationären Verbrennungsmotor, einer kleinen Gasturbine oder einer Brennstoffzelle wird Strom erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme wird zur Warmwasserbereitung und zu Heizzwecken genutzt. Als Brennstoff kann beispielsweise Dieselkraftstoff, Erdgas, Holz(hackschnitzel) oder Pflanzenöl eingesetzt werden.
Vorteilhaft ist der optimierte Brennstoffeinsatz, eine rationellere Nutzung von Energiereserven und eine Senkung der CO2-Emissionen.
Blower Door Test
Für den Nachweis der Luftdichtigkeit gibt es ein standardisiertes Verfahren, den Blower-Door-Test. Mit ihm misst und bewertet man am besten schon vor dem Innenausbau bzw. dem Anbringen der Innenverkleidungen die Dichtigkeit des Gebäudes. Die während der Messung aufgespürten Schwachstellen, also undichte Fugen und Anschlüsse, werden anschließend beseitigt. Die Messung ist für jeden Neubau empfehlenswert, um späteren Schäden vorzubeugen. Sie ist allerdings nicht zwingend durch die EnEV vorgeschrieben. Wer jedoch die Luftdichtigjkeit nachweist, erhält bei der Energiebilanz einen Bonus.
Borax
natürlich vorkommendes Natriumsalz der Borsäure, das überwiegend als Holzschutzmittel oder Brandschutzmittel eingesetzt wird (→Flammschutzmittel).
Borsäure
eine in Quellwässern natürlich vorkommende Säure. Der Einsatz erfolgt wie bei Borax.
Bq
Becquerel ist die Einheit für die Anzahl radioaktiver Zerfälle pro Zeit. Ein Bq steht für einen Zerfall pro Sekunde.
Brandschutzklasse (Baustoffklasse)
Das Brennverhalten von Baustoffen wird in Deutschland nach DIN 4102 klassifiziert. Baustoffe werden in nichtbrennbare Klassen (A1 = ohne organische Inhaltsstoffe und A2 = mit organischen Inhaltsstoffen) und brennbare Klassen (B1 = schwer entflammbar, B2 = normal entflammbar, B3 = leicht entflammbar) eingeteilt. Die Brandschutzklasse ist ein entscheidendes Kriterium (neben z.B. mechanischen Eigenschaften) für die Zulassung von Baustoffen für bestimmte Einsatzzwecke. Die Verwendung von leicht entflammbaren (B3)-Baustoffen ist im Bauwesen gesetzlich verboten.
Brennwertkessel
Brennwertkessel sind Bestandteile spezieller Heizungsanlagen, bei denen die Kondensationswärme des erzeugten Wasserdampfes und die Abgaswärme durch so genannte Wärmetauscher in den Wärmegewinnungskreislauf mit einfließen. Im Vergleich zu herkömmlichen Kesseln bewirkt dies einen wesentlich besseren Wirkungsgrad und verbraucht bis zu 15 % weniger Energie als bei herkömmlichen Kesselanlagen.
BUWAL
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Schweiz)
BZ
→Umweltbelastungszahl
Chrom (Cr)
relativ häufiges Element in einer durchschnittlichen Konzentration von 200 mg/kg in der Erdkruste. Für eine genaue Beurteilung der Giftigkeit von Chrom ist es wichtig, den Oxidationszustand der betreffenden Chromverbindungen zu kennen, da Cr-VI etwa 100-1000-fach giftiger ist als Cr-III. Dreiwertiges Chrom ist ein essenzielles Spurenelement für Mensch und Tier. Sechswertige Chromverbindungen verursachen allergische und asthmatische Reaktionen und gelten als krebserzeugend.
Cr-VI-haltiger Zement löst bei Hautkontakt eine Hautallergie, die Maurerkrätze, aus. Chromatarme Zemente sind inzwischen im Handel. Chromathaltige Holzschutzmittel belasten die Umwelt durch Schwermetallemissionen (vor allem bei der Verbrennung des imprägnierten Holzes). Es setzen sich zunehmend chromatfreie Produkte durch.
CO2
→Kohlendioxid
Dampfdiffusions-Widerstand μ
Bei Baustoffen wesentliche Eigenschaft, deren Berücksichtigung es erlaubt, bei der Konstruktion von Bauten die Bildung von Kondenswasser zu verhindern. Die Größe μ zeigt den Widerstand an, den ein Baustoff im Vergleich zu einer Luftschicht der Wasserdampfdiffusion entgegensetzt. Ein Stoff mit z.B. μ = 2 und 20 cm Dicke stellt dem Wasserdampf den gleichen Widerstand entgegen wie 40 cm Luft.
Deponie
Abfallentsorgungsanlage, in der Abfälle zeitlich unbegrenzt oberirdisch abgelagert werden.
DIBt
Deutsches Institut für Bautechnik
DIN
Deutsches Institut für Normung
Downcycling
→Recycling mit erheblichem Qualitätsverlust
EG
Erdgeschoss
Einbringverfahren
Verfahren zur →Imprägnierung von Holz; unterschieden werden Druckverfahren (z.B. Kesseldruckverfahren) und Nichtdruckverfahren wie die Einlagerungsverfahren (z.B. Tauchen, Trogtränkung) und das Oberflächenverfahren (z.B. Streichen, Spritzen).
EMICODE
Ähnlich wie der →GISCODE (oder Produkt-Code) im Arbeitsschutzbereich stellt der Emicode ein System zur Kennzeichnung von Produktgruppen für den Bereich Raumluftqualität und Verbraucherschutz dar. Die Technische Kommission Bauklebstoffe im Industrieverband Klebstoffe e.V. hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V. (GuT) eine Einteilung der Bodenbelagklebstoffe in drei Emissionsklassen erarbeitet:
EMICODE EC 1 TVOC unter 500 μg/m³ = „sehr emissionsarm“
EMICODE EC 2 TVOC 500 - 1500 μg/m³ = „emissionsarm“
EMICODE EC 3 TVOC über 1500 μg/m³ = „nicht emissionsarm“
Emissionen
nennt man alle Absonderungen, die von festen oder beweglichen Anlagen (Maschinen, Kraftwerken, Autos) oder Stoffen (Abfall, Chemikalien usw.) in Form von Gas, Staub, Geräuschen, Strahlen, Wärme und Erschütterungen an die Umgebung (Umwelt) abgegeben werden. Zum Schutz von Mensch und Umwelt werden in Rechtsvorschriften (Technischen Anleitungen, z.B. TA Luft) Emissionsgrenzwerte festgelegt. Emissionen, die auf Mensch und Tier, Natur und Umwelt, Luft, Wasser oder Boden einwirken, werden an dem Ort, an dem sie eine Wirkung entfalten, →Immissionen genannt. Das Auftreten einer Immission unterscheidet sich meist erheblich von einer Emission (z.B. wegen Verdünnung in der Atmosphäre oder biologischem Abbau im Wasser).
EMPA
Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Schweiz)
EN
Europäische Norm
Endenergie
Energiegehalt von Endenergieträgern bzw. Endenergieströmen, die der Endverbraucher letztlich bezieht. Endenergie resultiert aus →Sekundär- oder ggf. →Primärenergie, vermindert um die Umwandlungs- und Verteilerverluste, den Eigenverbrauch der Energieumwandlungen bis zur Endenergie sowie den nicht-energetischen Verbrauch. Sie ist für die Umwandlung in →Nutzenergie verfügbar. Endenergieträger können sein: Briketts, Benzin, Heizöl, Erdgas, Strom, Hackschnitzel, Fernwärme. Endenergie beträgt durchschnittlich nur noch 66 % der →Primärenergie.
Energie
Nach Max Planck die Fähigkeit eines Systems, äußere Wirkungen hervorzubringen. Es kann zwischen mechanischer Energie, thermischer, elektrischer und chemischer Energie, Kernenergie und Strahlungsenergie unterschieden werden. Energie kann man nicht herstellen oder vernichten, sondern nur von einer Form in eine andere umwandeln. So wird z.B. bei der Stromgewinnung aus Biomasse chemisch gebundene Sonnenenergie zuerst in Wärmeenergie, dann in mechanische Bewegungsenergie und schließlich in elektrische Energie überführt (vgl. → Primärenergie, →Sekundärenergie, →Endenergie und →Nutzenergie). Die Einheiten der Energie sind im internationalen Einheitensystem (SI) Joule, Wattsekunde, Elektronenvolt u. Newtonmeter. In der praktischen Energieanwendung wird Nutzenergie in erster Linie als Kraft (mechanische Energie), Wärme (thermische Energie) und Licht (Strahlungsenergie) nachgefragt.
Energie-Einsparverordnung (EnEV)
Mit der 2002 inkraft getretenen Energie-Einsparverordnung wird der Heizenergiebedarf von Neubauten um rund 30 % gegenüber dem Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung von 1995 gesenkt (7 Liter-Haus statt 10-Liter-Haus). Damit wird der Niedrig-energiehaus-Standard zur Regel. Die Hauptanforderung der EnEV wird an den Primärenergie-Bedarf QP gestellt. Dieser umfasst den Heizenergiebedarf sowie alle Vorketten der zur Energienutzung erforderlichen fossilen Brennstoffe. Der vorhandene auf die Nutzfläche bezogene Primärenergie-Bedarf QP eines Wohngebäudes wird in [kWh/m²a] angegeben.
Mit der EnEV werden sowohl Wärmedämm- als auch anlagentechnische Maßnahmen als Ganzes betrachtet. Die Energie-Einsparverordnung soll einen Beitrag dazu leisten, die selbst auferlegte Verpflichtung Deutschlands, bis zum Jahr 2005 gegenüber dem Stand von 1990 25 % CO2 weniger zu emittieren, einzuhalten.
Energiekennzahl
Energieverbrauch eines Gebäudes pro Fläche oder Rauminhalt und Jahr. Die Bezugsfläche muss genau definiert werden, z.B. Hauptnutzfläche gemäß DIN 277.
Energiepflanzen
werden zum Zweck der Energiegewinnung (z.B. Verbrennung) angebaut. Als Energierohstoff können die ganzen Pflanzen, Pflanzenteile oder Pflanzenabfälle eingesetzt werden.
Energieträger
Stoffe oder physikalische Erscheinungen, in denen Energie gespeichert ist. Aus Energieträgern kann direkt oder durch eine bis mehrere Umwandlungen →Nutzenergie gewonnen werden. Sie können nach dem Grad der Umwandlung unterteilt werden in →Primärenergieträger, →Sekundärenergieträger und →Endenergieträger.
EnEV
→Energie-Einsparverordnung
EP
→Eutrophierungspotential
EPS
Expandiertes →Polystyrol
Erdgas
Brennbare, in der Erdkruste vorkommende, hauptsächlich aus gesättigten Kohlenwasserstoffen bestehende Gase, die je nach ihrer Herkunft eine unterschiedliche Zusammensetzung aufweisen. In erster Linie besteht Erdgas aus Methan (ca. 85 %). Der mittlere Heizwert HU liegt zwischen 32 und 38 MJ/m³. Erdgas gilt als der umweltfreundlichste fossile Brennstoff wegen der geringen →Schwefeldioxid-Emissionen und →Kohlendioxid-Emissionen bei seiner Verbrennung.
Erdöl
ist einer der wichtigsten fossilen Rohstoffe, der zur Erzeugung von Benzinen, Dieselkraftstoffen, Heizöl und Kunststoffen verwendet wird.
Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien sind Energieträger, die „unendlich“ lange zur Verfügung stehen, im Unterschied zu den fossilen Energieträgern (wie Kohle, Erdöl, Erdgas oder spaltbare Elemente), die an begrenzte Stoffvorräte gebunden sind. Zu den erneuerbaren Energien zählen u.a. Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Wind- und Wasserkraft, Geothermie (Erdwärme) und die Energie aus der Verbrennung von Biomasse. In der Energieversorgung Deutschlands spielen die erneuerbaren Energien noch eine relativ geringe Rolle.
Eutrophierung
Anreicherung von Böden und Gewässern mit Nährstoffen, was zu einer Veränderung der Lebensgemeinschaften führt (→Eutrophierungspotential, →Überdüngung).
Eutrophierungspotential
Wirkungskriterium einer →Ökobilanz, welches diejenigen Substanzen erfasst, die eine Düngewirkung besitzen und so z.B. Massenwachstum von Algen verursachen können. Als Referenzsubstanz dient Phosphat (→Eutrophierungspotential).
Feuerungsanlagen
Feuerungsanlagen sind Einrichtungen zur Erzeugung von Wärme durch Verbennung von festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen. Sie dienen zur Dampferzeugung oder Erwärmung von Wasser oder sonstigen Wärmeträgermedien für Industrie, Gewerbe oder Gebäudeheizungen. An Reststoffen aus Feuerungsanlagen fallen vor allem Aschen (Schlacken) und Filterstäube an.
Flammschutzmittel
Stoffe, die Materialien flammhemmend ausrüsten (Herabsetzung der Entflammbarkeit). Sie sollen die Entflammung oder Entzündung der zu schützenden Materialien verhindern oder die Verbrennung der Materialien erschweren.
Fungizid
Substanz mit abtötender Wirkung gegen Pilze
Gefährdungsklassen (GK)
Begriff der DIN 68 800 und der (neueren) DIN EN 335 zur Einteilung von Holz und Holzprodukten nach den unterschiedlich starken Beanspruchungen und Gefährdungen.
GISCODE (oder Produktcode)
Kennzeichnungssystem GISBAU (= Gefahrstoff-InformationsSystem BAU) der Bau-Berufsgenossenschaft für Vorstriche, Kleber, Farben und Lacke bezüglich der verwendeten Lösemittel und ihrer Konzentration. Die verschiedenen GISCODE-Einstufungen charakterisieren die Gefährdungen und Schutzmaßnahmen jeder Gruppe. Der GISCODE ist auf dem jeweiligen Gebinde angegeben.
Graue Energie
Maßgebliche Größe zur ökologischen Bilanzierung von Baustoffen. Die graue Energie ist eine pauschale Bewertungsgröße für die bei der Herstellung von Produkten und Stoffen aufgewendete Energie. Sie berechnet sich aus der Summe aller nicht erneuerbaren →Primärenergieträger und energetisch nutzbaren fossilen Rohstoffe sowie der Wasserkraft eines bestimmten Systems. Das System umfasst in der Regel alle wichtigen Prozesse, vom Rohstoffabbau beginnend bis zum Ort der Bereitstellung des Produktes (Werktor) oder der Leistung. Sie besteht aus Primärenergieformen, die begrenzt verfügbar, nicht erneuerbar und mit erheblichen Umweltauswirkungen verbunden sind.
Folgende Primärenergieträger sind in der Grauen Energie
enthaltennicht enthalten
- Erdöl, Erdgas, Kohle und alle daraus gewonnenen Energieträger und Rohstoffe mit
dem Energiewert aus deren Verbrennung,
- Natururan mit der in Leichtwasserreaktoren nutzbaren Wärmeenergie,
- Wasserkraft mit der auf der Turbinenschaufel nutzbaren mechanischen Energie.
- Holz, Kork und andere pflanzliche und tierische Rohstoffe aus nachhaltiger Bewirtschaftung,
- Sonnenenergie, Erdwärme, Windenergie, Umgebungswärme
- Altkunststoffe, Altpapier, Altreifen, Klärschlamm und andere Recyclate vom Endverbraucher.
GWP („Global Warming Potential“)
engl. Begriff für das →Treibhauspotential (→Treibhauseffekt).
Halogene
Elemente der 7. Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente (PSE). Dazu gehören die Elemente Fluor, Chlor, Brom und Jod. Die Halogene weisen korrodierende Eigenschaften auf. Sie wirken in unterschiedlicher Weise giftig und ätzend.
Hartholz
Holz mit einer mittleren Darrdichte >550 kg/m³ (Eiche, Buche, Birke, Ulme, Esche, Ahorn, Schwarzkiefer).
Heißluftverfahren
vorwiegend in Nordeuropa angewandtes Verfahren, um mittels auf 100 °C erhitzter, in die zu sanierenden Räume geleiteter Luft tierische Schädlinge im Holz, vor allem den Hausbock zu bekämpfen; im gesamten Querschnitt des Holzes muss mindestens 60 Minuten eine Temperatur von 55 °C gehalten werden. Da das Heißluftverfahren keinen vorbeugenden Schutz des behandelten Holzes bewirkt, ist es nach DIN 68 800-4 mit der Einschränkung zugelassen, dass gefährdete Holzteile im Anschluss an die Heißluftbehandlung mit einem chemischen Holzschutzmittel vorbeugend zu schützen sind.
Heizwert
Neben oder an Stelle des Brennwertes verwendetes Maß für die bei der vollkommenen Verbrennung (unter genormten Bedingungen) eines Brennstoffs gebildete Wärmemenge. Eine wesentliche Rolle spielt der Heizwert bei der Entsorgung von Abfällen. Abfälle mit einem Heizwert von mindestens 11 000 kJ/kg können als Ersatzbrennstoffe verwertet werden.
Holzbriketts
Holzbriketts oder -pellets werden aus Holzschleifstaub und/oder Sägemehl durch mechanischen Druck hergestellt und dürfen keine chemischen Bindemittel enthalten.
Holzhackschnitzel
Durch mechanische Zerkleinerung gewonnene Holzstücke mit Kantenlängen im Zentimeterbereich.
Holzwerkstoff
Oberbegriff für Furnier-, Tischler-, Span- und Faserplatten.
Immission
Teil der →Emission schädlicher Stoffe (Abgase aus Industrie, Straßenverkehr und Heizanlagen) sowie von Geräuschen, Erschütterungen, Gerüchen, Licht, Wärme und Strahlen, der auf Menschen, Tiere und Pflanzen sowie Sachgüter einwirkt. Ziel des gesetzlich geregelten Immissionsschutzes ist es, diese Immissionen so gering wie möglich zu halten. Dafür sind Immissionswerte festgelegt. Zentrale Vorschrift ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BlmSchG) mit seinen Verordnungen.
Imprägnierung (Holz)
Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Holz gegenüber Schädigungen durch Pilze und Insekten (→Einbringverfahren).
Industrieholz
Rohholz mit einem kleineren Durchmesser (ab 7 cm), das nach mechanischem oder chemischem Aufschluss üblicherweise in der Papier-, Zellstoff-, Span- und Faserplattenindustrie eingesetzt wird.
Industriepflanzen
Bei Industriepflanzen werden Inhaltsstoffe (z.B. Öle, Fette, Stärke) oder die Pflanzenfasern einer stofflichen Verwertung zugeführt. Voraussetzung ist eine Verwendung im Non-food-Bereich.
Industrierestholz
Industrierestholz fällt als Produktionsrückstand bei der Holzbe- und -verarbeitung an. Es handelt sich um meist unbehandelte stückige Holzteile wie Holzschnitzel, Kappholz oder Ablängstücke aus Massivholz, Schwarten und Spreißel. Industrierestholz fällt vor allem bei Zimmereien, Schreinereien, Möbel- und Fertighausherstellern an.
Insektizid
Substanz mit abtötender Wirkung gegen Insekten.
Joule
Energieeinheit nach dem internationalen Einheitensystem. Joule ist eine Einheit für Energie, Arbeit und Wärmemenge.
k.A.
keine Angaben
Kanzerogenität
Die krebserzeugende Wirkung eines Stoffes.
KEA (Kumulierter Energie-Aufwand)
Definition nach der VDI-Richtlinie 4600bewerteten Aufwands, der im Zusammenhang mit der Herstellung, Nutzung und Beseitigung eines ökonomischen Gutes (Produkt oder Dienstleistung) entsteht bzw. diesem ursächlich zugewiesen werden kann. Dieser Energieaufwand stellt die Summe der Kumulierten Energieaufwendungen für die Herstellung (KEAH), die Nutzung (KEAN) und die Entsorgung (KEAE) des ökonomischen Gutes dar, wobei für diese Teilsumme anzugeben ist, welche Vor- und Nebenstufen mit einbezogen sind.
Kieselsäure
die wasserhaltige Form des Siliziumdioxids, kommt als Sand oder Quarz vor.
Kohlendioxid (CO2)
Farbloses, nicht brennbares, geruchloses und ungiftiges Gas, das mit ca. 0,03 % natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre ist. CO2 ist für langwellige Wärmestrahlen „undurchlässig“. Somit verhindert es eine gleichgewichtige Abstrahlung der auf die Erde auftreffenden Sonnenstrahlen und ermöglicht damit die zum Leben notwendigen Temperaturen auf der Erdoberfläche bzw. in der Biosphäre. Als energetisch stabilste C-Verbindung ist das CO2 die Schlüsselverbindung im Kohlenstoff-Kreislauf der Natur. Durch Assimilation wird es zusammen mit Wasser von Pflanzen mit Hilfe der Sonnenenergie bei der Photosynthese in energiereichere Kohlenhydrate überführt, wobei Sauerstoff frei wird. CO2 dient damit als Grundsubstanz zum Aufbau aller organischen Verbindungen. Die Kohlenhydrate werden von tierischen Organismen als energieliefernde Substrate für deren Stoffwechsel aufgenommen, zu CO2 und Wasser abgebaut und durch Atmung an die Außenluft abgegeben bzw. in Biomasse umgewandelt. Absterbende tierische und pflanzliche Organismen liefern beim aeroben Abbau ebenfalls CO2, das entweder in die Atmosphäre abgegeben oder in Wasser gelöst wird, aus dem es als Carbonat-Gestein sedimentieren oder mit dem der Atmosphäre ausgetauscht werden kann. Auch bei der energetischen Nutzung fossiler Energieträger (z.B. Kohle, Erdöl) wird CO2 freigesetzt. Bei Verbrennung fossiler Energieträger reichert sich das vor Urzeiten fossil gebundene Kohlendioxid in der Atmosphäre über den natürlichen Gehalt hinaus an und kann zur Erwärmung des Erdklimas beitragen. Auf der Konferenz der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro wurde mit der Klimakonvention die völkerrechtliche Grundlage zur CO2-Reduktion geschaffen. Endziel ist die Konzentration von Treibhausgasen auf einem Niveau, bei dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird. Die deutsche Verpflichtung sieht eine Verringerung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 um 25 %, bezogen auf das Jahr 1990 vor (vgl. Energie- Einsparverordnung).
Kohlenwasserstoffe (CnHm)
Bezeichnung für organische Verbindungen, die nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen. Nach Art des Kohlenstoff-Gerüstes unterscheidet man zwischen azyklischen und zyklischen Kohlenwasserstoffen. Die azyklischen (auch aliphatische Kohlenwasserstoffe bezeichnet) beinhalten die wichtige Klasse der Alkane (Paraffine). Bei den zyklischen Kohlenwasserstoffen unterscheidet man zwischen den alizyklischen und den aromatischen (Aromaten) Kohlenwasserstoffen mit Benzol als typischem Vertreter. Aliphatische Kohlenwasserstoffe sind in der Regel nicht bzw. gering toxisch. Anders verhält es sich dagegen mit den aromatischen Kohlenwasserstoffen, beispielsweise mit Benzol, das als karzinogen eingestuft wird. Ein großes Gefährdungspotenzial geht auch von den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK bzw. PAH) aus, von denen einige ebenfalls karzinogene und auch mutagene Eigenschaften besitzen.
Kontamination
Belastung von Böden und Grundwasser durch Problemstoffe.
Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG)
Anlage, die Schlaf- und Wohnräume mit frischer Außenluft versorgt. Die verbrauchte Raumluft wird in den Sanitärräumen und in der Küche abgesaugt. Mit Hilfe eines Wärmetauschers wird die Wärme zurückgewonnen, bevor die Abluft nach außen entsorgt wird. Voraussetzung für die Wirksamkeit des Lüftungsgerätes ist eine luftdichte Gebäudehülle (→Blower Door Test). Für die Qualität einer
Lüftungsanlage sprechen: hoher Wärmetauscherwirkungsgrad und niedriger Stromverbrauch der Ventilatoren, niedrige Luftgeschwindigkeiten mit max. 2 m/s für niedrigen Stromverbrauch und tiefen Geräuschpegel,genügend Platz für
das Gerät und die Schalldämpfer, aerodynamische Leitungsführung (unzweckmäßige Luftführung erzeugt Lärm), gut zugängliche Geräte und Leitungen für die Filterwartung und die spätere Rohrreinigung sowie von der anlage entkoppelte Kochstellenabluftanlagen.
Korrosionsschutz
Maßnahmen, die Metalle, Kunststoffe, Beton und andere Werkstoffe vor der Zerstörung durch chemische und/oder physikalische Angriffe (z.B. aggressive Medien, Witterung) schützen. Der chemische Korrosionsschutz von nicht oder niedrig legierten Stählen basierte früher auf Bleimennige, das zu einer erheblichen Umweltbelastung führte. Die heutigen Korrosionsschutzmittel basieren auf Zink oder Zinkverbindungen. Sie sind weniger giftig als Bleiverbindungen, können jedoch in hohen Dosen ebenfalls zu toxischen Wirkungen führen. In städtischen und Industriegebieten ist die Belastung von Böden mit Zink hoch.
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Energieerzeugungs- und Umwandlungsverfahren, bei dem gleichzeitig Strom und Wärme bereitgestellt wird. Durch die Nutzung der Abwärme, die beim Stromerzeugungsprozess in herkömmlichen →Kraftwerken ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird, lässt sich der Energienutzungsgrad durch KWK entscheidend erhöhen (von 30 bis 45 % auf 80 bis 90 %). In Heizkraftwerken wird mit KWK gearbeitet. Als → Blockheizkraftwerke werden kleinere, motorisch betriebene Heizkraftwerke bezeichnet, deren Motoren öl- oder gasbetriebene Verbrennungskraftmaschinen sind. Voraussetzung für den sinnvollen Einsatz der KWK ist der gleichzeitige Bedarf an Strom und Wärme sowie eine möglichst große Nähe des BHKW zum Endverbraucher.
Kraftwerk (Wärmekraftwerk)
Anlage zur Umwandlung von Wärme hoher Temperatur in elektrische Energie.
Kurzumtriebsplantage
Plantagen, in denen schnellwachsende Baumarten wie Pappeln, Aspen und Weiden angebaut und in regelmäßigen Intervallen (alle 3-5 Jahre) mit vollautomatischen Erntemaschinen abgeerntet werden. Sie werden als Biomasselieferanten zur Energiegewinnung genutzt. Aus den verbleibenden Stöcken und Wurzeln kommt der Neuaustrieb für die nächste Ernte.
kWh
Kilowattstunde (1 kWh = 3,6 MJ)
Lambda-Wert (λ-Wert)
die in einem genormten Messverfahren ermittelte Wärmeleitfähigkeit W/mK. Je geringer die Leitfähigkeit, desto kleiner ist die Lambda-Zahl (z.B. Holzfaser 0,045). Der Lambda-Wert bezeichnet die Wärmemenge, die in einer Sekunde durch einen Quadratmeter einer einen Meter dicken homogenen Stoffschicht senkrecht zu deren Oberfläche fließt, wenn der Temperaturunterschied zwischen den Oberflächen ein Kelvin beträgt. Der Wert ist temperaturabhängig und stoffspezifisch.
Laminat
Schichtpressstoff aus Kunstharz, z.B. für wetterfeste Verkleidungen, Isolierplatten o.ä.
LCA („Life Cycle Assessment“)
im deutschen Sprachraum Lebensweganalyse oder Lebenswegbewertung oder allgemein →Ökobilanz.
MAK-Wert
Maximaler Arbeitsplatzkonzentrations-Wert. Die Gefahrstoff-Verordnung bestimmt MAK-Werte als die „Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz, bei der im allgemeinen die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht beeinträchtigt wird.“
MJ
Energieeinheit Mega-Joule (106 Joule) (1 kWh = 3,6 MJ)
Monomere
Einzelne gleiche chemische Bausteine, Ausgangsmaterial für die Kunststoffproduktion (→Polymere).
Mutagenität
Die Fähigkeit eines Stoffes, die genetischen Erbformationen zu verändern.
MVA
Müllverbrennungsanlage (Schweiz
Nachhaltigkeit
Ursprünglich in der Forstwirtschaft verwendeter Begriff für eine Bewirtschaftungsform des Waldes, bei der in einer Periode nur so viel Holz entnommen wird wie in der gleichen Periode nachwächst. Weiter gefasst steht der Begriff für eine dauerhafte Entwicklung, die den Bedürfnissen heutiger Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden (Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“, 1993). „Auf Baubereich und Umwelt reduziert bedeutet Nachhaltigkeit, den Raubbau an nicht erneuerbaren Ressourcen zu vermeiden und die Regeneration dieser Ressourcen zu gewährleisten, die Belastung der Umwelt mit giftigen Abfällen und Rückständen zu reduzieren und die biologische Vielfalt zu erhalten (Denken in Kreisläufen). Davon ist die gesamte Lebensdauer von Bauwerken betroffen. Aus diesen Zielen lassen sich konkrete Maßnahmen betreffend Baustoffe, Energie, Boden und Wasser herleiten. Kompakte und einfache Gebäude bilden die Basis für einen geringen Material- und Energieverbrauch. Die für die Herstellung der Materialien notwendige Energie (→graue Energie) ist prioritär. Der Energieaufwand in diesem Bereich hat beinahe die selbe Größenordnung wie die Energie, die für den Betrieb eines Gebäudes über dessen ganze Nutzungsdauer benötigt wird. Immobilien sind so zu konstruieren, dass sich Komponenten mit einer kürzeren Lebensdauer einfach auswechseln lassen. Dies ist nicht nur günstiger, sondern erspart auch aufwendige und umweltbelastende Sanierungsarbeiten. Zudem ist darauf zu achten, dass alle Bauten einmal zurückgebaut werden müssen. Ein Rückbau sollte so erfolgen können, dass sich die Materialien einfach trennen ud wieser verwerten lassen und nicht als Sondermüll in der Deponie zu entsorgen sind. Aus gesellschaftlicher Sicht sind jene Quartiere und Gebäude nachhaltig, mit denen sich die Benutzer identifizieren können. Es sind Orte, die Leuten allen Alters und unterschiedlicher Herkunft ein Zuhause bieten können. Folgende Kriterien unterstützen eine nachhaltige Entwicklung im Bereich Gesellschaft.
NOx
Chemische Bezeichnung für Stickstoffoxide mit verschiedenen O-Gehalten.
Nutzenergie
Der Anteil der →Endenergie, der dem Verbraucher nach der letzten Umwandlung für den jeweiligen Nutzungszweck zur Verfügung steht, z.B. Licht für die Beleuchtung, Wärme für die Raumheizung. Nutzenergie wird gewonnen aus →Endenergieträgern bzw. der Endenergie, vermindert um die Verluste dieser letzten Umwandlung (z.B. infolge der Wärmeabgabe einer Glühbirne für die Erzeugung von Licht, Verluste in einer Hackschnitzelfeuerung bei der Temperierung eines Raumes).
Nutzungsgrad
Verhältnis der in einem Zeitraum (z.B. Jahr) nutzbar abgegebenen Energie zur gesamten zugeführten Energie.
OG
Obergeschoss
Ökoaudit
Ökoaudits befassen sich mit der Prüfung des gesamten Betriebs im Hinblick auf seine Umwelteinwirkungen (z.B. Feststellung der Jahresverbräuche an Frischwasser, Strom, Gas, Heizöl, Treibstoffen (Input) sowie Jahresabgabe an Abwasser, Restmüll, Bioabfällen, Wertstoffen (Output). Die erfolgreiche Teilnahme wird zertifiziert. Anhand einer jährlichen Auditierung werden Betriebsbilanzen erstellt. Durch den Vergleich der Ergebnisse mit den Vorjahren können Zielvorgaben überprüft und neu vereinbart werden. Audits sind aus dem Qualitätswesen schon länger bekannt. Die Vorgehensweise ist seit 1993 auf europäischer Ebene per Verordnung (EMAS 1836/93) geregelt.
Ökobilanz
Eine Ökobilanz listet alle Umweltbelastungen auf, die ein Produkt über seinen gesamten Lebensweg vverursacht. Sie ist ein Hilfsmittel, um das Lebenswegdenken für Produkte bezüglich den ökologischen Auswirkungen praktisch handhabbar und in Zahlen fassbar zu machen. Die Methode erfasst alle wesentlichen Umweltbeeinträchtigungen von der Gewinnung der Rohstoffe über die Herstellung und den Gebrauch eines Produktes bis zu dessen Entsorgung. Die Ökobilanzmethode ist international genormt (DIN EN ISO 14040) und besteht aus vier Teilschritten: der →Zieldefinition, der →Sachbilanz, der →Wirkungsabschätzung und der →Auswertung.
Ökologie
Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und ihrer Umwelt; unter Umwelt versteht man dabei die Gesamtheit der anorganischen und organischen Lebensbedingungen („Umweltfaktoren“).
Organische Verbindungen
Chemische Verbindungen mit einem Kohlenstoff-Grundgerüst, aus denen die belebte Natur aufgebaut ist. Etwa 90 % der organischen Verbindungen bestehen aus C, H und O in wechselnden Mengenverhältnisse; Verbindungen, die nur aus C und H bestehen, heißen →Kohlenwasserstoffe. Zahlreiche organische Verbindungen enthalten auch noch N, während S, P und die →Halogene wesentlich seltener anzutreffen sind. Die Vielfalt und Vielzahl der organischen Verbindungen ist auf die besondere Fähigkeit der Kohlenstoff-Atome zurückzuführen, untereinander Ketten und/oder Ringe zu bilden. Viele organische Verbindungen unterscheiden sich in ihrem Verhalten in der Umwelt und ihren Wirkungen auf Lebewesen erheblich. Besonders gefährlich sind Emissionen von solchen organischen Verbindungen, die in der Natur nicht abgebaut werden und sich im Organismus bzw. in der Umwelt anreichern.
Ozon (O3)
Dreiatomiges Sauerstoffmolekül, das in höheren Konzentrationen in der bodennahen Luft giftig wirkt. Da Ozon ein starkes Oxidationsmittel ist, werden Materialien und Pflanzen bei erhöhten Konzentrationen geschädigt. In der Stratosphäre hingegen ist Ozon ein wichtiger Filter, der als Ozonschicht die UV-Strahlung zur Erde hin mindert.
PE
→Primärenergie
PEI
PrimärEnergieInhalt
Pellet
aus kleinstückigem oder staubförmigem Gut durch Pressen gewonnenes kompaktes Formstück.
Pflanzenölmethylester (PME)
Für Dieselmotoren geeignete Biokraftstoffe aus Pflanzenölen. PME gewinnt man durch Veresterung des jeweiligen Pflanzenöls mit Methylalkohol. Die technischen Eigenschaften von PME unterscheiden sich stark von denen des Ausgangsproduktes und entsprechen in etwa den Eigenschaften von handelsüblichem Dieselkraftstoff. Der wichtigste PME ist Rapsölmethylester (RME).
pH-Wert
Maßzahl für die basischen oder sauren Eigenschaften einer Lösung (pH 7 = neutral; <7 = sauer; >7 = basisch).
Photooxidantienpotential
Die photochemische Oxidation, die oft als Sommersmog bezeichnet wird, beruht auf Reaktionen zwischen Stickstoffoxiden (NOx) und organischen, flüchtigen Komponenten (VOC = Volatile Organic Compound) unter UV-Bestrahlung. Die POCP-Faktoren (Photochemical Ozone Creation Potential) sind für einzelne VOC‘s wieder auf eine Leitsubstanz normiert, in diesem Fall das Olefin Ethylen (H2C=CH2), d.h. die Substanzen i werden über das Oxidationspotential von C2H4 beschrieben.
Photosynthese
Bildung von Kohlenhydraten (Zuckern) aus →Kohlendioxid und Wasser, die in grünen Pflanzen im Sonnenlicht erfolgt, wobei unter Mitwirkung von Chlorophyll Sonnenenergie in chemische Energie umgewandelt wird. Damit ist die Photosynthese die grundlegende Stoffwechselreaktion der Pflanzen und einer der wichtigsten biologischen Energie-Direkt-Umwandlungs-Prozesse.
Polyethylen (PE)
Sammelbezeichnung für zu den →Polyolefinen gehörende Polymere mit der Grundstruktur [-CH2- CH2-].
Polymere
In chermischen Prozessen aus einzelnen gleichen oder identischen →Monomeren zusammengesetzte Molekülketten (griechisch: poly = viel).
Polyolefine
Übergreifende Bezeichnung für thermoplastische Polymere. Hauptanteile der Polyolefinfraktion sind → Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP).
Polystyrol (PS)
Durch Polymerisation aus Styrol (= Vinylbenzol) entstandener thermoplastischer Kunststoff. Polystyrol wird aufgeschäumt als Wärmedämmstoff verwendet.
Polyurethan (PUR)
wichtige Kunststoffgruppe; hochmolekulare Stoffe aus Alkoholen und Isocyanaten; Ausgangsstoffe z.B. für Schaumstoffe, Lacke, Synthetikfasern
Polyvinylchlorid (PVC)
Chlor (Ausgangsstoff Steinsalz) und Ethylen (Ausgangsstoff Rohbenzin) ergeben über Zwischenschritte Vinylchlorid, durch dessen Verknüpfung PVC entsteht.
ppm („parts per million“)
ppm ist die gebräuchliche Konzentrationsangabe für Formaldehyd und Isocyanate. 1 ppm bedeutet 1 ml oder 1 cm³ auf 1 m³ und entspricht 1,2 mg/m³ Formaldehyd oder bei Isocyanaten zwischen 7 mg/m³ (HDI) und 10 mg/m³ (MDI).
Primärenergie (Rohenergie)
Primärenergie ist der Energieinhalt von →Primärenergieträgern, die noch keiner technischen Umwandlung unterworfen wurden, und aus denen direkt oder durch eine oder mehrere Umwandlungen →Sekundärenergie /-träger gewonnen werden können. In Deutschland wird der Primärenergiebedarf derzeit zu etwa 97 % von Erdöl, Kohle, Erdgas und Kernenergie gedeckt. Ein Teil der Primärenergie wird direkt zum Endverbraucher weitergegeben, z.B. Erdgas für Heizanlagen. Der Rest wird in →Sekundärenergie umgewandelt.
Primärenergieträger
Primärenergieträger sind natürlich vorkommende Energieträger, die noch keiner technischen Umwandlung unterworfen wurden. Primärenergieträger sind sowohl fossile Brennstoffe wie Stein- und Braunkohle, Erdöl und Erdgas sowie Kernbrennstoffe als auch erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Sonnenenergie, Windkraft, Erdwärme und Biomasse.
Prozessenergie
Energie meist in Form von Wärme im Temperaturbereich über 100 °C für gewerbliche und industrielle Produktions- und Fertigungsverfahren.
Recycling
Rückfluss von wiederverwertbaren Produkten und Stoffen in die Produktion derselben, ähnlicher oder anderer Produkte. Das Recycling kann danach unterschieden werden, wie Reststoffe sowie Produkte nach ihrer Nutzung weiterbehandelt werden: bei der Wiederverwendung wird das Produkt nach einer Aufbereitung der gleichen
Nutzung zugeführt, bei der Weiterverwendung wird das Produkt einer anderen Nutzung zugeführt.
Regenerative Energie
Energieträger und -formen, die sich ständig auf natürliche Weise erneuern; → Erneuerbare Energien.
Restholz
Fällt in Sägewerken (Rinde, Vollholz, Sägespäne) und weiterverarbeitenden Betrieben (Sägespäne, Hobelspäne, Splitter, stückige Abfälle, Ausschuss, verunreinigte Abfälle) an.
Rohstoffgewinnung
Aktivitäten, die im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Rohstoffen stehen (z.B. Kohle- und Erzabbau). Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zählen Anbau und Ernte dazu.
Sachbilanz
Bestandteil einer →Ökobilanz, der die Zusammenstellung und mengenmäßige Erfassung der Stoff- und Energieflüsse umfasst.
Sauerstoff (O2)
Natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Farb- und geruchloses Gas, das mit fast allen Elementen außer Edelgasen reagiert. Seine Reaktionsprodukte nennt man Oxide. Sauerstoff ist lebensnotwendig für alle Lebewesen auf der Erde.
Saurer Regen
Regenwasser mit einem niedrigen pH-Wert. Unter Berücksichtigung des atmosphärischen Kohlendioxid-Gehaltes und der natürlicherweise in der Luft enthaltenen Spurenstoffe sollte der pH-Wert in Deutschland bei 4,6 bis 5,6 liegen, tatsächlich liegt er im Mittel bei 4,0 bis 4,6, das einer bis zu etwa 40-fach höheren Säuremenge gegenüber den natürlichen Säureverhältnissen entspricht. Die Übersäuerung ist auf den Gehalt an Schwefel- und Salpetersäure zurückzuführen, welche sich in der Atmosphäre als Folge der Verbrennungsgase aus Heizungen und Fahrzeugen bilden. Die Folge des Sauren Regens sind vor allem Wald-, Gewässer- und Gebäudeschäden (Umwandlung von Kalkgestein in Gips). Durch moderne Entschwefelungsanlagen in Kohlekraftwerken und Industrieanlagen sowie die Verwendung schwefelarmer Kraftstoffe wurde der Eintrag von →Schwefeldioxid in die Umwelt in den letzten Jahren drastisch vermindert.
Schäben
Holzbestandteile des Flachs- oder Hanfstrohs. Heute werden Schäben nicht mehr nur als Abfall behandelt, sondern auch als Dämmstoff, Brennstoff, Pilzsubstrat u.ä. eingesetzt.
Schalldämmung
Die Verhinderung bzw. Behinderung der Schallwellenfortpflanzung durch eine Trennfläche. Man unterscheidet zwischen Luftschall- und Körperschalldämmung. Massive Bauweise bzw. Entkoppelung von Bauteilen führen zu einer guten Schalldämmung. Der Schallschutz im Hochbau ist durch die DIN 4109 geregelt. Dämmstoffe mit guten schalltechnischen Eigenschaften sind beispielsweise Kokosfasern, Mineralwolle-Dämmstoffe und Zellulose- Dämmstoffe. Zur Trittschalldämmung geeignet sind u.a. schwimmende Estriche oder weichfedernde Gehbeläge (Teppiche).
Schwefeldioxid (SO2)
Schwefeldioxid ist ein farbloses, stechend riechendes Gas. Es entsteht überwiegend als unerwünschtes Nebenprodukt bei der Verbrennung schwefelhaltiger fossiler Energieträger wie Kohle oder Erdöl. Vermischt mit Wasser und Salpetersäure (Stickstoffoxide) führt SO2 zur Bildung des →Sauren Regens, der für das Waldsterben und Gebäudeschäden mit verantwortlich ist.
Schwermetalle
Schwermetalle sind Metalle mit einer Dichte >4,5 g/cm³. Sie kommen in der Natur (Gesteine, Böden, Wasser, Pflanzen) nur in sehr geringen Konzentrationen vor. Die Quellen für die Schwermetall-Emissionen sind teils natürlichen Ursprungs (Vulkane, Verwitterung), teils anthropogen als Folge der Industrialisierung. Schwermetalle werden in der Industrie verwendet, z.B. zur Herstellung von Kunststoffen, zur Metallveredelung (Chrom und Nickel für Stähle), für Trinkwasserleitungen (Kupfer, Eisen, Zink, Blei), für Dächer (Kupfer, Zink, Blei, Zinn), als Kunststoff-Additive (z.B. Blei als Stabilisator), als Pigmente und im Korrosionsschutz. Schwermetalle sind nicht abbaubar und können sich in der Nahrungskette anreichern. Abgesehen von Eisen sind alle Schwermetalle mehr oder weniger umwelt- und gesundheitsgefährdend, wobei selbstverständlich sehr unterschiedliche Dosis-Wirkungsbeziehungen bestehen. Als giftig gelten insbesondere Blei, Cadmium, Quecksilber und →Chrom (Chrom-VI-Verbindungen).
Sekundärenergie
Der Energiegehalt von →Sekundärenergieträgern oder von Energieströmen, die direkt oder durch eine oder mehrere Umwandlungen in technischen Anlagen aus Primär- oder aus anderen Sekundärenergieträgern bzw. -energien hergestellt werden. Dabei fallen u.a. Umwandlungsverluste an, so z.B. bei der Umwandlung von Kohle zu Strom in Kraftwerken oder bei der Umwandlung von Erdöl zu Heizöl oder Benzin in Raffinerien.
Sekundärenergieträger
Energieträger, die durch technische Umwandlung unter Energieverlust aus →Primär- oder aus anderen Sekundärenergieträgern hergestellt werden. Z.B. Koks, Briketts, Heizöl, Benzin, Biodiesel, Strom, Holzpellets, Fernwärme.
Sekundärstoffe
Rest- und Abfallstoffe, z.B. Restholz, Stroh, Altpapier, Metallschrott, aus denen sich neue Produkte und Stoffe herstellen lassen.
SIA
Schweizerischer Ingenieur- und Architekten-Verein
Sommersmog
Wirkungskriterium einer →Ökobilanz, welches diejenigen Substanzen erfasst, die unter UV- Bestrahlung zur Bildung von bodennahem →Ozon beitragen können.
Steinkohleneinheit (SKE)
Maß für den Energiegehalt fossiler Brennstoffe. Normiert wird auf den Heizwert von Steinkohle. 1 kg SKE = 29,3 MJ = 8,18 kWh
Stickstoffoxide (NOx)
Sammelbegriff für alle Oxide des Stickstoffs wie z.B. Stickstoffmonoxid (NO), Distickstoffoxid (N2O) und Stickstoffdioxid (NO2). Stickstoffoxide greifen die Schleimhäute der Atmungsorgane an und begünstigen Atemwegserkrankungen. In der Luft reagieren die Stickoxide in Verbindung mit Wasser zu Salpetersäure und sind für den →Sauren Regen mitverantwortlich und damit auch für Pflanzen schädlich. Stickstoffoxide tragen auch in komplizierter Weise zur Entstehung des photochemischen Smogs bei (→Ozon). Stickstoffoxide entstehen vor allem als ungewollte Nebenprodukte bei Verbrennungsprozessen mit hohen Temperaturen sowohl in Kraftfahrzeugmotoren und Kraftwerken wie auch in der chemischen Industrie bei der Düngemittelherstellung.
Stoffliche Verwertung
besondere Form der Abfallverwertung, bei der ein Abfallstoff in mehr oder weniger modifizierter Form (Aufarbeitung) einer neuen Verwendung zugeführt wird; im Gegensatz dazu steht die thermische oder energetische Verwertung, bei der der Abfallstoff in einer geeigneten Verbrennungsanlage unter Nutzung der Wärmeenergie entsorgt wird.
TA Luft
Abkürzung für Technische Anleitung (TA) zur Reinhaltung der Luft, eine Allgemeine Verwaltungsvorschrift auf der Grundlage des Bundes-Immissionsschutzgesetzes.
Teeröl
bei der Destillation von Teeröl gewonnene Öle verschiedener Art; im Holzschutz allgemein übliche Bezeichnung für Carbolineen aus Steinkohlenteeröl; außerdem gibt es Braunkohlenteeröl, Holzteeröl (aus Holzteer) usw.; die Anwendung dieser Schutzmittelklasse ist in der Teerölverordnung gesetzlich geregelt. Der Ersatz von schwermetallhaltigen (chrom-/kupferhaltigen) Holzschutzmitteln durch Teeröl kann durchaus eine ökologische Alternative sein, da vor allem die Entsorgung der teerölbehandelten Hölzer im Vergleich zu den salzimprägnierten Hölzern wesentlich weniger Umweltbelastungen erzeugt.
Terpentin
Harz vieler Nadelbäume, das von Harzgängen in der Rinde und im jungen Holz ausgeschieden wird. Durch Wasserdampfdestillation wird aus dem Terpentin einerseits der flüchtige Bestandteil Terpentinöl (ätherische Öle), andererseits der Destillationsrückstand Kolophonium gewonnen. Das Terpentinöl, eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit, dient als Grundlage (Lösemittel) für Lacke, Firnisse und Anstrichmittel.
Thermoplaste
Polymere, die bei hohen Temperaturen erweichen und dann z.B. durch Extrudieren, Pressen oder Spritzgießen verformbar sind. Hierzu zählen Kunststoffe wie →Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), →PVC, → Polystyrol (PS) und Polyethylenterephtalate (PET).
Toxizität
bezeichnet die Giftigkeit für den Menschen (Humantoxizität) oder die Umwelt (Ökotoxizität).
Treibhauseffekt
bezeichnet die Eigenschaft der Atmosphäre, einfallendes sichtbares Licht weitgehend durchzulassen, die längerwellige Rückstrahlung (IR-Strahlung) der Erdoberfläche aber stärker zu absorbieren. Der natürliche Treibhauseffekt der Erdatmosphäre hebt die durchschnittliche Temperatur der Erdoberfläche von ca. -18 °C auf ca. + 15 °C. Damit verhält sich die Atmosphäre ähnlich wie das Glasdach eines Treibhauses. Der natürliche Treibhauseffekt der Erdatmosphäre geht zu zwei Dritteln auf Wasserdampf, zu einem Viertel auf Kohlendioxid, zu ca. 2 % auf Methan und zu rund einem Zehntel auf andere klimawirksame Atmosphärenbestandteile zurück. Wird heute von Treibhauseffekt gesprochen, ist oft eine weitere Erwärmung gemeint, die aufgrund der Konzentrationszunahme von →Kohlendioxid, Methan, FCKW, Distickstoffoxid sowie anderen Spurengasen zurückgeführt wird. Dabei sagen die meisten Modelle bei weiter anwachsender Bevölkerung in den nächsten 50 Jahren eine globale Temperaturerhöhung um 1,5 bis 4,5 °C voraus, je nach Annahme über Emissionen, ihre Wirkungen und die Wechselwirkungen mit anderen Umweltkompartimenten. Folgen von Temperaturerhöhungen sind z.B. das Steigen des Meerwasserspiegels durch das Abtauen des Polkappeneises oder eine Verschiebung der Klimazonen.
Treibhauspotenzial
Wirkungskriterium einer →Ökobilanz, welches diejenigen Substanzen erfasst, die zu einer Erwärmung des Klimas führen können. Als Referenzsubstanz dient →Kohlendioxid (vgl. →GWP). GWP (Global Warming Potential) beschreibt den Beitrag eines Spurengases zum Treibhauseffekt, jedoch nicht als Absolutgröße, sondern relativ zu CO2, der Substanz, die einerseits einen großen Beitrag zum lebenswichtigen, natürlichen Treibhauseffekt, jedoch auch - aus fossiler Verbrennung im Industriezeitalter vermehrt freigesetzt - einen signifikanten Beitrag zum anthropogenen Treibhauseffekt leistet. Vereinfacht gesagt, wird jeder in Frage kommende Stoff auf Äquivalenzmengen (kg) CO2 umgerechnet; der zur Anwendung gebrachte Faktor, mit dem die emittierten Schadstoffmengen multipliziert werden, ist somit das auf CO2 normierte GWP.
TRGS
Technische Richtlinie für Gefahrstoffe
TRK
Technische Richtkonzentration
TVOC
Gesamtkonzentration an flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft (vgl. →VOC)
U-Wert (früher k-Wert)
Als U-Wert bezeichnet man den Wärmedurchgangskoeffizienten mit der Einheit W/m²K. Er dient als Maß für den Wärmedurchgang durch Bauteile. Je höher die Dämmeigenschaft eines Bauteils ist, desto geringer ist der U-Wert. Der U-Wert gibt diejenige Wärmemenge in Watt an, die pro Sekunde bei einer Differenz von 1 °C (= 1 ° Kelvin) zwischen Innen- und Außentemperatur durch einen Qudratmeter Bauteilfläche entweicht.
Überdüngungspotenzial
Wirkungskriterium einer →Ökobilanz, welches diejenigen Substanzen erfasst, die eine Düngewirkung besitzen und so z.B. Massenwachstum von Algen verursachen können. Als Referenzsubstanz dient Phosphat (→Eutrophierungspotential).
Umweltbelastungszahl (BZ-Indikator)
Weil die →Ökobilanzmethode den Anstrichstoffen nicht gerecht wird, und zu wenig Bewertungsdaten zur Verfügung stehen, wurde in der Schweiz Mitte der 90er Jahre eine Methode entwickelt, um Farben und Lacke gesamtheitlich und ökologisch zu bewerten. Daraus ist der BZ-Indikator entstanden, die Umweltbelastungszahl, die Herstellung und Verarbeitung im Rahmen eines nur auf Anstrichstoffe anwendbaren Bewertungssystems berücksichtigt. Die Methode basiert auf der Stoff- und Energiebilanzierung und setzt sich aus fünf herstellungs- und vier verarbeitungsrelevanten Parametern zusammen. Die Gewichtung der einzelnen Parameter ist innerhalb der BZ relativ willkürlich. Es wurde eine interne Reverenz (Standardanstrich) als Gewichtungssystem verwendet. Die herstellungsrelevanten Parameter sind im Wesentlichen von der Herstellungsenergie abhängig. Beim toxikologischen, allergenen und ökotoxikologischen Potential sind die Werte sehr vom einzelnen Produkt abhängig. Diese Parameter lassen sich für Produktgruppen nur in wenigen Fällen zuverlässig berechnen. Die Luftbelastungen sind proportional zum Gehalt an Lösemitteln.
Umweltverträglichkeit
Wechselwirkung eines Stoffes (bzw. Produktionsverfahrens) mit den Schutzgütern Wasser, Boden, Luft
Verbundstoffe
Verbundstoffe bestehen aus zwei oder mehr Materialien, die sich nicht von Hand trennen lassen, z.B. Papier/ Kunststoff oder Kunststoff/Aluminium.
Versauerungspotenzial
Wirkungskriterium einer →Ökobilanz, welches diejenigen Substanzen erfasst, die in wässriger Lösung eine Verringerung des pH-Wertes verursachen können (Stichwort →Saurer Regen). Aus dem Säureeintrag in Pflanzen, Böden und Oberflächengewässer resultieren einerseits Blattschäden an Pflanzen und andererseits eine Übersauerung der Böden. Letzteres verändert die Löslichkeit und somit die Pflanzenverfügbarkeit von Nähr- und Spurenelementen, wodurch z.B. die Aufnahme von Schwermetallen gesteigert oder aber die Aufnahme gewisser Nährstoffe durch die Pflanze behindert und somit deren Wachstum negativ beeinflusst wird. Als Referenzsubstanz dient →Schwefeldioxid.
VOC („Volatile Organic Compounds“)
Sammelbezeichnung für flüchtige organische Verbindungen. Wärmedämmstoffe verhindern den Wärmedurchgang durch die Außenhülle eines Gebäudes. Die Wärmedämmung beruht auf dem Prinzip des Einschlusses von Luft oder anderen Gasen in Hohlräume des Materials. Da Gase sehr schlechte Wärmeleiter sind, wird damit die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes verringert, also die Wärmedämmung erhöht. Die gebräuchlichsten Dämmstoffe sind Mineralwolle-Dämmstoffe (Glaswolle, Steinwolle) und Polystyrol- Hartschaumplatten. Zu den natürlichen Dämmstoffen zählen Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (Zellulose, Kork, Wolle) und mineralische Dämmstoffe wie Blähton oder Vermiculit. Wärmeleitfähigkeit →siehe Lambda-Wert
WDVS
Wärmedämm-Verbundsystem (verputztes Wärmedämmsystem für Mauerwerk)
Weichholz
Holz mit einer mittleren Darrdichte bis 550 kg/m3 (Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Erle, Weide, Pappel).
WGK (Wassergefährdungsklasse)
Im Wasserhaushaltsgesetz werden wassergefährdende Stoffe mittels Verwaltungsvorschrift näher bestimmt und entsprechend ihrer Gefährlichkeit in sog. Wassergefährdungsklassen eingestuft.
WHO („World Health Organisation“)
Weltgesundheitsorganisation
Wirkungsabschätzung
Bestandteil einer →Ökobilanz. Die Ergebnisse aus der Sachbilanz werden in ihrer Wirkung auf die Umwelt beurteilt.
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad einer technischen Anlage (z.B. Kraftwerk) ist ein Maß für das Verhältnis des erreichten Nutzens gegenüber dem eingesetzten Aufwand oder auch das Verhältnis (der Quotient) aus nutzbarer Energie zu eingesetzter Energie. Der Wirkungsgrad ist dabei vor allem ein Kriterium für die Güte eines Prozesses.
WRG
Wärmerückgewinnung (i.d.R. in Kombination mit einer mechanischen Lüftungsanlage)
WW
Warmwasser
Zellulose
Zellulose ist sowohl von der Menge als auch von ihrer Verbreitung her das häufigste und bedeutendste Biopolymer in der Natur. Zellulose ist ein wasserunlösliches Polysaccharid der formalen Bruttozusammensetzung (C6H10O5). Nahezu alle Zellwände der lebenden und abgestorbenen Pflanzenteile bestehen aus Zellulose; diese verleiht den Pflanzen Festigkeit und macht sie gegen den Einfluss des Regens unempfindlich. Die Zellulose der verwesenden Pflanzenteile wird durch Bakterien und Pilze unter Aufbau körpereigener Stoffe zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Im Holz ist die Zellulose (40 bis 50 %) mit Lignin (20 bis 30 %) und anderen Begleitstoffen (10 bis 30 % Polyosen und andere zellulosefreie Bestandteile sowie ca. 1 % Mineralstoffe) vergesellschaftet. Zellulose wird durch chemischen Aufschluss des Holzes gewonnen. Zellulose ist auch die Bezeichnung für einen Wärmedämmstoff aus Altpapier.
Zieldefinition
Bestandteil einer →Ökobilanz. Eindeutige Festlegung von Ziel und Untersuchungsrahmen entsprechend der beabsichtigten Anwendung.